Frau Untermarzoner, wie sind Sie zur Steuerungsgruppe der Initiative „Wipptal, der kleine Bezirk mit dem großen Herzen“ gekommen?
Als vor zwei Jahren bei der Wunschglocke am Rosskopf ein Event mit der Initiativgruppe stattfand, haben wir die kulinarische Verköstigung der Beteiligten übernommen. Dabei bin ich mit Christian Schölzhorn ins Gespräch gekommen, ob ich Interesse hätte, bei Veranstaltungen wie etwa dem „Theater mit Herz“ mitzuwirken. Da ich in unserer Familie eine Nichte mit Beeinträchtigung habe (die ich seit ihrer Geburt sehr ins Herz geschlossen habe) und ich selbst früher in Klausen Theater gespielt habe, war mein Interesse natürlich sofort gegeben. Ich war eigentlich stolz, daran teilhaben zu dürfen.
Das „Theater mit Herz“ ist eine ungemeine Erfüllung für mich und deswegen unterstütze ich auch andere Projekte mit ganzem Herzen.
Wie bringen Sie sich in die Gruppe ein?
Ich beteilige mich beim jährlichen Theater am 3. Dezember, entweder auf der Bühne oder im Hintergrund, indem ich die Verköstigung der Teilnehmer übernehme.
Die neue Initiative „Kunst mit Herz“ unterstütze ich ebenfalls. Dort versuchen wir, mit einem Malwettbewerb und dazugehörigen Ausstellungen den Mitmenschen „unsere“ Welt näherzubringen.
Wenn es meine Zeit erlaubt, gehe ich auch zum „Tanzen mit Herz“ ins Derby.
Ich bin so froh, dass ich bei der Steuerungsgruppe mitwirken darf – es ist eine unglaubliche menschliche Bereicherung. Neben meiner oft hektischen Arbeit als Hüttenwirtin erdet mich dieses Zusammensein mit beeinträchtigten Menschen sehr.
Was gibt es noch alles zu tun, damit das Wipptal in Zukunft wirklich barrierefrei – sowohl physisch als auch in den Köpfen der Menschen – wird?
Barrierefreiheit gilt es in einigen Bereichen noch umzusetzen. Sowohl im öffentlichen Nahverkehr als auch in den Dörfern und Städten gibt es noch viel zu tun. Ich glaube, dass es Aufgabe der Politik (nicht nur vor Ort, sondern auch auf Landeseben!) ist, auf die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung einzugehen. Beim diesjährigen „Zukunftsfest“ meiner Nichte in der Mittelschule kamen auch im schulischen Bereich die Problematiken zum Vorschein, mit denen sich Eltern beeinträchtigter Kinder Tag für Tag herumschlagen müssen. Hier ist handeln gefragt, denn nach der Pflichtschule und ab der Volljährigkeit hängen viele Familien in der Luft – vor allem, was die Zukunft dieser Menschen betrifft. Ich hoffe, dass sich hier wirklich bald etwas bewegt.
In den Köpfen der Menschen gilt es, die Hemmungen beim Zusammentreffen mit Menschen mit Beeinträchtigung abzubauen und sie darauf aufmerksam zu machen, wie erfüllend gemeinsame Zeit mit ihnen sein kann.
Das sind meine größten Wünsche – und ich hoffe, sie erfüllen sich. Ich werde mein Bestes dazu beitragen.

